Ja, heute ist mal wieder einer der schwierigeren Tage. Meine
Geduld ist schon jetzt (am späten Mittag) ziemlich aufgebraucht. Liegt
vielleicht auch ein bisschen daran, dass ich krank bin und meine Kräfte nicht
ganz so im Überfluss vorhanden sind.
Außerdem sind die Nächte immer noch sehr anstrengend. Ich
habe sogar das Gefühl, dass es von Nacht zu Nacht schlimmer wird. Das kann aber
auch eine subjektive Wahrnehmung aufgrund des Schlafmangels sein.
Abgesehen davon, dass Fynn zwar Abends schon fast im Sitzen
einschläft, im Bett aber sofort zu Schreien beginnt, wacht er jede Nacht auf.
Das Aufwachen alleine ist nicht das Problem, sondern das Weinen. Er scheint
sich kaum zu beruhigen und wenn er sich mal beruhigt hat (durch Tragen, Laufen,
pschscht-machen, Streicheln, Singen, gut zu Reden,…) dann fängt er nach einer Minute
ganz plötzlich wieder an in voller Lautstärke zu Schreien. Ich weiß einfach
nicht warum. Seit knapp 2 Wochen geht das nun so (mit der Ausnahme von einer
ruhigen Nacht).
Aber zurück zu heute: Viel Weinen und Schreien auf der einen
Seite (Fynn), viele Nein’s auf der anderen (ich). Selbst mein
Versöhnungsversuch, ihn zu baden – was ihm eigentlich tierisch Spaß macht und
zudem auch zufällig dringend nötig war – ist gescheitert. Auch in der Wanne gab
es nur bittere Tränen und das arme Wasserspritztier wurde wütend in die Ecke
geworfen. Von dem Versuch ihn danach zum Mittagsschlaf hinzulegen, erzähle ich
lieber erst gar nicht… kann sich sicher jeder denken, wie das ausging.
Wie bringt man sein Kind dazu auf ein Nein zu hören? Ich
bekomme immer wieder gesagt, dass ich ihm mal auf die Finger hauen soll, damit
er es „begreift“. Finde ich aber keine gute Idee und denke auch nicht, dass das
der richtige Weg ist. Aber was sonst? Ich sage 10, 20 oder auch 30 mal Nein,
aber er reagiert nicht. Ok, manchmal reagiert er schon: mit einem frechen
Grinsen und einem Blick der mir klar macht, dass er ganz genau weiß was er
gerade tut. Laut werden ist dann leider meine Reaktion irgendwann – aber auch
das ist mindestens genauso schlecht wie Schlagen, finde ich.
Habt ihr irgendwelche Tipps? Es geht ja nicht nur um die
Dinge die er nicht darf (wie z.B. die vollen Windeln aus dem Mülleimer holen und durch die Gegend werfen), sondern auch um die Dinge die
gefährlich sind (wie z.B. einen großen Kleiderständer umwerfen). Wir haben unsere Wohnung schon sehr kindersicher, haben vieles
in Boxen verpackt, weder Bücher noch Pflanzen oder Deko rumstehen… (was andere
Eltern mit Kindern in dem Alter sehr wohl haben), aber ich kann und will auch
nicht alles vermeiden. Er muss es ja irgendwie lernen…
